Institut für Kognitionswissenschaft

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Aktuelles

17.10.2023
Philosophy and the Climate Crisis: An Agenda for Change


Neu erschienener Artikel im Public Philosophy Journal - September 2023

Wie muss sich die Philosophie im Angesicht der Klimakrise verändern? In diesem Artikel diskutieren wir, wie die akademische Philosophie für eine klimagerechte Welt neu gestalte werden kann. Konkret befasst sich der Text mit der dringenden Notwendigkeit, dass auch die Philosophie und Geisteswissenschaften auf die Klimakrise reagieren müssen. Dabei hebt der Artikel drei Hauptpunkte hervor:

  1. Die Klimakrise als methodischen Rahmen: Der Artikel argumentiert, dass die Klimakrise als methodologischer Rahmen für die Philosophie dienen kann. Mit anderen Worten, er schlägt vor, dass die Krise als Linse betrachtet werden sollte, durch welche die Philosophie sich mit der Welt auseinandersetzt. Dies bedeutet konkret, dass philosophische Untersuchungen und Diskussionen tiefgreifend durch klimabezogene Themen informiert und auf diese ausgerichtet sein sollten.
  2. Beschleunigung der Philosophie: Der Artikel schlägt vor, dass wir seit langem etablierte Praktiken und institutionelle Hindernisse überwinden sollten, die verhindern, dass sich das philosophische Denken schneller entwickelt und zur richtigen Zeit an den richtigen Orten zum Einsatz kommt.
  3. Alle für Climate Action: Der Artikel ruft alle Bereiche der Philosophie dazu auf, sich mit der Klimakrise zu befassen. Wir glauven, dass jedes Teilgebiet der Philosophie, von der Metaphysik bis zur Philosophie des Geistes, eine wertvolle Rolle im Kampf gegen die Klimakrise spielen kann. Dies bedeutet, dass die philosophische Forschung und Lehre klimabezogene Überlegungen einbeziehen und aktiv zur Bewältigung der Krise beitragen sollte.

17.04.2023
Neuer Artikel in Big Data & Society (open access): “Predictive Privacy: Collective Data Protection in the Context of AI and Big Data”

Ich freue mich, das Erscheinen meines neuesten Artikels über prädiktive Privatheit anzukündigen. In diesem Artikel gehe ich auf die Herausforderungen für den Datenschutz ein, die durch Big Data und KI-Techniken entstehen, die Vorhersagen über Individuen auf der Grundlage anonymer Daten ermöglichen.

Über meinen Artikel aus dem Jahr 2021 in Ethics & Information Theory hinaus erläutert das neue Paper die philosophischen und rechtlichen Implikationen prädiktiver Privatheit näher. Er präsentiert eine verfeinerte Definition des Begriffs und plädiert für die Konstruktion von prädiktiver Privatheit als neues Schutzgut.

Prädiktive Analytik birgt erhebliche Missbrauchspotenziale, die zu sozialer Ungleichheit, Diskriminierung und gesellschaftlichem Ausschluss von Individuen oder Gruppen führen können. Die aktuellen Datenschutzgesetze adressieren diese Risiken nicht angemessen und lassen die Verwendung von anonymisierten Massendaten weitgehend unreguliert. Mein Artikel stellt das Konzept der ‘predictive privacy’ als Datenschutzansatz vor, um diesen Risiken entgegenzuwirken.

22.03.2023
“Social Media Advertising for Clinical Studies: Ethical and Data Protection Implications of Online Targeting” (mit Theresa Willem)

In diesem Artikel diskutieren wir die die Datenethik- und Datenschutzfolgen von Online-Werbung auf sozialen Medien.

Unsere Studie zeigt am Beispiel von Online-Werbung für klinische Studien (Forschung zu neuen Medikamenten oder Therapien), dass personalisierte Werbung es Plattformen wie Google oder Facebook ermöglicht, Vorhersagemodelle für die betreffenden Krankheiten zu trainieren. Diese können auf beliebige Menschen angewendet werden, auch auf Nutzer:innen, die die Werbung selbst nie gesehen haben, um vorherzusagen, ob sie an der betreffenden Krankheit leiden.

Abstract: Social media advertising has revolutionised the advertising world by providing data-driven targeting methods. One area where social media advertising is just gaining a foothold is in the recruitment of clinical study participants. Here, as everywhere, social media advertising promises more yield per money spent because the technology can better reach highly specialised groups. In this article, we point out severe societal risks posed by advertising for clinical studies on social media. We show that social media advertising for clinical studies in many cases violates the privacy of individual users (R1), creates collective privacy risks by helping platform companies train predictive models of medical information that can be applied to all their users (R2), exploits the weaknesses of existing guidelines in (biomedical) research ethics (R3) and is detrimental to the quality of (biomedical) research (R4).

Weitere interessante Artikel:

12.10.2022 - Prädiktive Privatheit: Kollektiver Datenschutz im Kontext von Big Data und KI

08.09.2022 - Deutschlandfunk Nova – Sendung Hörsaal

29.08.2022 - Live bei WDR5 – Das Philosophische Radio